Paris....und dann?

Dienstag, 17.05.2011


Liebe Leserinnen und Leser,Lachend Mozart spielt Barock?;)

 

die Kerzen sind erloschen, einige unserer zu betreuenden Bewohner sitzen noch im gemeinschaftlichen Wohnzimmer und plaudern über den Tag. Im Nebenraum läuft das Internet und eine Etage darüber nimmt jemand von uns seine tägliche Dusche. Noch vor wenigen Minuten saßen wir gemeinsam, versammelt um einen Kranz von brennenden Kerzen und teilten uns unsere momentane Gefühlsstimmung mit. Welche Momente der vergangenen Woche waren prägend, was hat mich beeindruckt, aber auch was tat mit weh, wo habe ich mich allein gefühlt. Anhand dieser Fragen findet beim wöchentlichen „Soirée Foyer“ ein Austausch statt, der den Höhepunkt des Abends darstellt. Das Wohnzimmer, indem sonst das Zusammenleben aufblüht und in welchem es oft laut daher geht, verwandelt sich in einen meditativen Ort, getränkt in ein sanftes Kerzenlicht, in einen Ort des Zuhörens und des Vertrauens. Eine starke Gemeinschaft und kraft schenkender Halt wird mir, so lang ich mich darauf einlasse, zugänglich und dieser Abend, der mit einem Gebet abgeschlossen wird, ist für mich sowie für die anderen von großer Bedeutung. Kurze Zeit später beschäftigt sich jeder mit den Dingen, die er möchte und schreibt z.B. einen Auslandsblog, aber er trägt ein gewisses Etwas in sich, ein Gefühl von Geborgenheit und Gemeinschaft.

 

Zu Zeit geht es mir sehr gut, mit dem Aufblühen der Stadt und der scheinenden Sonne, fühle ich mich wie neu aufgeladen und gehe den Alltag motiviert an.Zwinkernd

Mit wenigen Worten möchte ich euch, liebe Freunde, einen Einblick in meine vergangenen sechs Wochen geben:

 

Im Monat April standen für fünf Bewohner und, mit mir, vier Betreuer, ein Urlaub auf der Insel Ile de Ré an. Eine Woche, voller Sonne, Strand und guter Laune durfte ich erleben und der Aufenthalt auf der Insel hat unserer Gruppe sichtlich gut getan, da wir diese sehr stressfrei angingen und die Natur und ihre heilende Wirkung durch Fahrradtouren und Joggen ausschöpften.Cool

Wir besichtigten, das angeblich größte Sea-life-center Europas, welches in der Stadt La Rochelle, seinen Platz hat und ich habe das Glück für fünf Tage auf die Ile de Ré zurück zukehren, um eine weitere Urlaubswoche mit einigen Leuten aus dem Atelier dort zu verbringen. Zu meinem Erstaunen habe ich festgestellt, dass das Verspeisen von Fisch und Meeresfrüchten doch nicht giftig ist und vielleicht komme ich peu à peu sogar in deren echten Genuss.

 

Während der Karwoche verbrachte ich drei Tage in Lourdes und genoss den Rest meiner freien Woche im Loft, der Assistentenwohnung, in der wir uns ausruhen können während unserer freien Zeit. Ich entdeckte, das Museum der l'Orangerie (gr. Exponate Monets), am Fuß des Tuelries Gartens und ging am Kanal St. Martin spazieren. Insgesamt erlebte ich eine gute Woche, in der ich Zeit für mich gefunden habe und einfach das machte, was mich ansprach.

 

Vor zwei Wochen räumte ich mein hiesiges Zimmer und übergab mein Bett an ein Mädchen, welches ihre Probewoche in der Arche Paris absolvierte. Sie tat es uns Assistenten gleich und durfte, wie ich vor einem Jahr, im Laufe einer Woche die Arche samt Insassen kennen lernen, sich einen Einblick verschaffen und sich als, für das nächste Jahr, auserwählte Assistentin, beweisen. Wie schnell ein Jahr vergeht habe ich einmal wieder gemerkt und war dankbar, aber auch wehmütig. Was wird mich im kommendem Jahr erwarten...? Bleibe ich in der Arche als Volontär und übe einen anderen Posten aus..? Oder beginne ich mein Studium..? Diese Fragen fragen brennen in mir und oft denke ich an die Zukunft. Um euren hilfreichen Rat, die ihr mich kennt, wäre ich dankbar!Unentschlossen

 

Paris kann ganz schön grün sein......wusstet ihr das? Am vorherigen Wochenende, besuchten wir erst den einen großen, eher verschrieenen Park, der sich Bois de Boulogne nennt und machten daraufhin einen Ausflug in den Bois de Vincennes. Von wirklicher Landluft und Erholung kann bei solchen Ausflügen nicht die Rede sein, da dort immer der Bär los ist, aber schön und grün ist es trotzdem und unsere Bewohner freuen sich.

 

Über drei Besuche habe ich mich gefreut. Eine ehemalige Klassenkollegin, Ulrike, die zur Zeit in Grasse als Au-pairmädchen arbeitet war einige Tage hier in Paris war und mein Bruder Valentin, der die Tage voll ausgenutzt hat ,die Stadt auf den Kopf stellte und sie mit einer bewundernswerten Energie entdecke, brachte mir auch ein Stück Heimat mit in die Hauptstadt. Zudem kam, meine Patin, begleitet von ihrer Familie und verbrachte einen kurzen Aufenthalt in Paris. Schön ist es bekannte Leute wieder zutreffen, da ich dank ihnen auch merke wie mich das Leben in der Arche verändert und bereichert hat.

Am vergangenen Samstag feierten wir den Journée Communautaire, einen gemeinsamen Tag auf einem Schloss, an dem die ganze Archegemeinschaft teilnahm, viel gelacht, gespielt und Geburtstage geehrt wurden. Verkleidet als Mozart, musizierte ich mit Iris, einer Assistentin und wir spielten einige Barockduos, für Klavier und Querflöte. Das Schloss, die Verkleidung und die passende Musik versetzte uns in die Vergangenheit und der Tag war sehr gelungen.

Wer ist wer?

Beenden möchte ich meinen Artikel mit einem Blick auf die aktuellen Reaktionen, anlässlich der DSK(Domique Strauss-Kahn) Affäre. Einige Franzosen sind enttäuscht, die anderen geduldig und wieder andere versinken in eine noch tiefere Politikverdrossenheit. Die einen befürchten die Wiederwahl Sarkozys und ich höre zu und versuche mir einen genaueren Eindruck von dem Vorfall zu machen.

 

Warum schreibe ich von diesem politischem Skandal?

 

Durch Twitter und Facebook hat sich die Neuigkeit der Verhaftung Strauss-Kahns, und die Vorgeschichte im New Yorker Hotel herum gesprochen und dies geschah in einem Eiltempo.

Dank dem Internet sind der Kommunikation keine Grenzen mehr gesetzt und deshalb kann nun auch ich , in Windeseile meinen Blogeintrag online stellen und danke euch für die Lektüre und freue mich über eine Antwort.

 

Alles Gute und bis Bald!!!!

 

Euer RaphaelLachend Le Jardin du Luxembourg

Das Leben erwacht...-----Paris, c'est la vie!!!!!!!!!

Donnerstag, 31.03.2011

Nach einem, über zwei Monate andauernden Winterschlaf, bin ich wieder erwacht und möchte euch mitteilen, was ich während der Auslandsblogpause erlebt habe. Auch in Paris wurden am letzten Wochenende die Uhren umgestellt und bei Sonnenschein und grün aufblühenden Bäumen, zeigt sich das schöne Paris, welches einlädt zum Kaffee trinken in einem der vielen schönen Bars oder einfach nur zum Sparziergang reizt. Der Frühling soll die schönste Jahreszeit in Paris sein und deswegen bin ich bereit alles mitzunehmen, was die Metropole mir bieten wird und der Charme von Paris kommt gerade jetzt deutlich zum Vorschein.Lachend

 

In der Arche geht es meinen Mitbewohnern und mir gut. Das Leben in unserem Foyer bleibt ein aktives, da wir eine Feier zum Valentinstag feiern konnten und wenige Wochen später eine große Karnevalsparty organisiert haben.

Ich habe mich sehr gefreut über den kurzen Besuch meines Vaters, der ein Wochenende in unserem Foyer zu Gast war, den Haushalt geschmissen hat, aber sich auch um die einzelnen Bewohnern gut gekümmert hat, so dass diese sich gelegentlich nach seinem Befinden erkundigen.

 

Im Februar durfte ich eine Woche an einer Retraite in der Schweiz bei Thun teilnehmen, die größtenteils im Schweigen stattfand. Zwei Dinge, die mich faszinierten waren das Naturerlebnis, die Berge, die uns umgaben und dieser wunderbare See und zudem die innere Reise des Schweigens. Ein tolles Erlebnis, seine Mahlzeit in Gemeinschaft zu nehmen ohne Reden zu müssen und auf die Musik zu lauschen, da ich viel sensibler für die Speisen, aber auch für das Wohl meiner Tischnachbarn wurde.Reingefallen

 

Gestärkt von der Retraite, habe ich mich nun seit vier Wochen bei einem Französischkurs eingeschrieben, der vom pariser Rathaus kostengünstig angeboten wird, und mir die Möglichkeit bietet, einmal die Woche mein schriftliches Französisch zu verbessern.

 

Die Stimmung im Foyer Viim ist auch, dank Catherine, einer Bewohnerin fröhlich, da diese seit ihrer Heimkehr von einer Auszeit bei bester Laune ist und sich dieses stark in der Stimmung des gesamten Foyers widerspiegelt. Ich schätze Catherine sehr, da ich gut mir ihr über Dinge sprechen kann und nicht nur ein Phrasenaustausch als Kommunikation stattfindet, sondern alltägliche sowie Abstrakte Themen für sie zugänglich sind. Da sie in der Vergangenheit öfters Probleme hatte sich für unsere, am Wochenende anstehenden, Ausflüge zu begeistern, freut es mich nun um so mehr, dass sie uns Ziele vorschlägt und sogar jeden Samstag zum Aquagym geht.Cool

 

An meinem freien Wochenende hat mich eine alte Schulkollegin und Freundin, Hanna besucht und wir genossen gute und lustige Tage. Ihr Interesse an meiner Arbeit in der Arche hat mich gefreut, da es nicht unbedingt selbstverständlich ist, sich für dieses Projekt zu interessieren, auch wenn es ein Teil von mir geworden ist, mich prägt und mir hilft mich besser kennen zu lernen.

Nach einem kurzen Aufenthalt im Foyer und Austausch mit den Bewohnern, sagte mir Hanna erstaunt, dass sie noch nie zuvor in ihrem Leben, von 4 verschiedenen Leuten, innerhalb einer viertel Stunde gebeten wurde, doch zum Abendessen zu bleiben und sie freute sich sichtlich über die Offenheit und Gastfreundschaft, der Bewohner.

 

Kommt und seht selbst, nur durch ein Treffen und einen Austausch werdet ihr das erleben was ich mit meinen armen Worten niemals ausdrücken kann.

 

Vor einer Woche hatten wir Assistenten ein Treffen mit Jean Vanier, dem kanadischen Gründer der Arche , der noch im Alter von 82 Jahren mit den Bewohnern zusammen in dem Gründungsort der Arche, in Trosly Brueil wohnt. Mit uns sprach er über die Gewalt und seine Erfahrungen im Umgang mit Menschen mit einer geistigen Behinderung, von denen einige mich wirklich beeindruckten und mir viel sagten.

 

Leider hat Frankreich nur unentschieden gegen Kroatien gespielt und es ist nicht einmal ein Tor gefallen, aber die Atmosphäre im Stade de France war trotz allem heiter und so blicke ich auf meinen ersten Stadionbesuch mit einer guten Erinnerung zurück.

 

Morgen werde ich für drei Tage nach Nantes fahren und mir die Stadt, die neben der Loire Mündung in den Atlantik liegt, anschauenZwinkernd.

 

Alles Gute und viel Spaß beim Frühjahrsputz............Lachend

 

Euer

 

Raphael

Bonne année 2011!!!

Montag, 24.01.2011

Der Christbaum und, die in allen Farben glitzernden und leuchtenden Girlanden und restlichen Weihnachtsdekorationen haben seit gut einer Woche wieder ihren Platz im Karton oder auf der Weihnachtsbaumsammelstelle im benachbarten Park, George Brassens, eingenommen.Weinend

Bevor es für die Bewohner, sowie für uns Assistenten in die Weihnachtsferien daheim ging, feierten wir, in gemütlicher Runde, mit geladenen Gästen Weihnachten im Foyer. Neben dem großen Weihnachtsessen und dem Geschenkaustausch, sangen wir einige traditionelle Lieder wie „ Les anges dans nos campagnes..“ oder „ Mon beau sapin..“ und beendeten den Abend mit einem Gebet zum Thema „Warten-Advent als Wartezeit“, und die Vorteile des Wartens, welche wir leicht übersehen, wurden auf eine angenehme Weise und im Austausch mit unseren Bewohnern und ihren Meinungen deutlich. Lachend

 

Während der Weihnachtstage begleitete ich Alain aus dem Foyer Namasté und gemeinsam verbrachten wir die Zeit vom 23.12 bis zum 26.12 in Aigrefoin, einer Arche Gemeinschaft , die sich 30 Kilometer südlich von Paris, befindet. Zwar waren wir nicht allein und festliche Essen gab es auch in Unmengen, aber ich erlebte das Fest der Liebe einmal ganz anders und bin froh diese Erfahrung gemacht zu haben, da ich nun das häusliche Fest umso mehr schätzen gelernt habe.

 

Nach einigen erholsamen Tagen im Loft, der Unterkunft für uns Assistenten und dem Silvesteraufenthalt in Brüssel kehrte ich nach Büren zurück, traf mich mit Freunden, war bei meiner Familie und durfte meinen Großeltern zu ihrer Goldhochzeit gratulieren.

 

Der Aufenthalt von Julian und Markus, zwei Freunden, direkt zu Beginn Jahres, war ein guter Einstieg in den Arbeitsalltag und anbei sende ich an alle Interessierten Leser die Einladung, mich in der Arche besuchen zu kommen, da Gäste beim abendlichen Tee, in gemütlicher Runde, herzlich Willkommen sind. Die Bewohner freuen sich immer sehr über Gäste außerhalb der Arche, da sie gerne von ihrem Leben in der Arche erzählen. Also, herzlich Einladung.Lachend

 

Dieser Aspekt führt zu einem Besuch, von 4 interessierten Gymnasiasten aus der Abiturklasse, in der vergangenen Woche. Im November des letzten Jahres, waren mein Responsable, Vincent und ich zu Besuch in dieser Klasse und berichteten vom alltäglichen Leben in der Arche und zum Ende der Vorstellung luden wir die Schüler ein, diese Erzählungen nicht so da stehen zu lassen, sondern durch einen Besuch und ein Treffen mit den Bewohnern, zu begreifen was wir versucht haben, über das Zusammenleben mit den Bewohnern, herüber zu bringen.

 

In Frankreich gibt es den Brauch, zum Fest der Epiphanie, d.h. Vor und lange nach dem Fest, einen Galette des rois zu verspeisen. Ein Blätterteigkuchen,gefüllt mit einer Marzipanmasse in der genau ein Tonfigürchen, in jeglicher Form, versteckt ist. Die vom Alter her gesehen, jüngste, anwesende Person, kriecht unter den Tisch und ermöglicht dadurch eine unparteiische Verteilung der Kuchenstücke. Im Verlauf des Essens stellt sich ein König oder eine Königin heraus, die oder der als Beweis das Tonfigürchen behält und sich einen Partner am Tisch sucht.

Dieses Jahr habe ich bereits 4 Galette des rois essen dürfen und bin bereits einmal König geworden. Zunge raus

 

Am letzten Wochenende, hat sich unser Foyer den Hausputz zu Eigen gemacht, Unordnung beseitigt und dort aufgeräumt, wo wir im alltäglichen Hausputz nicht immer die Zeit für haben. Die Bewohner waren nach ihren Fähigkeiten mit in die Aktion involviert und als Dankeschön, besuchten wir zur späten Abendstunde eine Theatervorstellung. „Die Reise des M. Perrichon“ so lautete der Titel des Stücks, geschrieben von Eugène Labiche. Die Atmosphäre in dem Theater „Paris l'ouest“ war sehr familiär und mitfiebernd, da sich unsere Sitzplätze fast im Geschehen des Spektakels befanden und das Publikum für nicht mehr als 40 Leute ausgerichtet war.

 

Seit kurzer Zeit haben wir neue Sofas im Foyer, Bordeaux Rouge, sehr angenehm für den Rücken und zugleich bieten sie vier Schlafplätze. Das Ausprobieren lohnt sich, also ein zweiter Grund uns besuchen zu kommen.Zwinkernd

 

In der letzten Woche habe ich mich sehr für Virginie, eine Bewohnerin unseres Foyers gefreut, für die ich als Ansprechpartner zur Seite stehe, da sie ihren 40 Geburtstag mit einem Kabarettabend begehen konnte. Zwar sind die Geburtstage in der Arche immer mit Arbeit und Vorbereitungsstress verbunden, jedoch erlebe ich während der Feste selbst, immer diesen „Super Moment“ diesen Moment, in dem ich merke einen Platz in der Arche, als Assistent gefunden zu haben.

 

Am Ende des Monats steht den Angestellten sowie uns Assistenten der Arche Paris ein Tag bevor, an dem wir über das Thema, der „ Transmission“ der Vermittlung von den Erfahrungen, die wir erleben, diskutieren werden und dieses Thema auffächern werden. Nebenbei werden wir natürlich gemeinsam Essen und den Abend im gemütlichen Beisammensein verbringen.

 

Bis hoffentlich demnächst, alles Gute...

Euer/Ihr

Raphael

Es weihnachtet sehr.....

Montag, 13.12.2010

Liebe Freunde, liebe Besucher meines Auslandsblogs,

 der erste Schnee ist gefallen, Paris war für eine kurze Zeit von einer weißen Schneeschicht bedeckt und, was bei dem Einen für Pathos und Weihnachtsgefühle sorgte, erregte in der Mehrheit der Pariser, Stress Gefühle und Chaos. Die Straßen sind gefährlich, die Autos rutschen und präventive Maßnahmen zur Schnee- und Glatteisbildung sind weit und breit nicht vorhanden. Bei mir hat das Wetter eine unglaubliche Weihnachtsstimmung ausgelöst und passend zu dieser , besuchte ich den Weihnachtsmarkt im Center Kommerziell der Défense. Ausgerüstet mit einem Glühwein und umgeben von kitschiger Weihnachtsmusik, schlenderte ich in Begleitung, von Stefan einem Bekannten aus der Arche Cognacs, der über ein Wochenende in Paris zu Besuch war, über den Markt. Nachdem wir uns an etlichen Ständen, die Getränke und Speisen anboten, satt gesehen hatten, fuhren wir Heim und im Foyer planten wir, die Dekoration und kramten die vorhandenen Utensilien aus.

Seid Ihr alle schon Weihnachtsstimmung oder braucht Ihr noch ein wenig Zeit??

 

Bevor ich aber weiter von der Weihnachtsvorbereitung und der damit verbundenen Vorfreude erzählen möchte, lade ich Euch zu einem Sprung in die Vergangenheit ein.

 

Der November, ein Monat, der mir gar nicht gut gefällt und welchen ich oft mit grauen, tristen Tagen assoziiere, bot sich mir in diesem Jahr unter einem anderem Licht an und ich möchte euch von diesem berichten.

Unser Foyer machte einen Austausch mit einem Foyer aus Pierrefonds. Da leider nicht alle unsere Bewohner an diesem Austausch teilnahmen, bot ich mich an, mit ihnen in Paris zu bleiben und für ein Wochenende in einem anderen Foyer, im Foyer Moriya, zu wohnen. Natürlich wird bei solchen Austauschen, der Unterschied, der einzelnen Arche Gemeinschaften virulent, d.h. Die Arche Paris unterscheidet sich deutlich von der Arche in Pierrefonds, jedoch haben sie alle die gleiche Basis, sie besitzen einfach nur unterschiedliche Kontexte.

Ich bemerkte jedoch schon einen Unterschied als ich nur für ein Wochenende das Foyer wechselte und fühlte mich bei einfachen Dingen, als müsste ich nochmal von neuem Lernen.

 

An meinem freien Samstag, besichtigte ich, allein auf mich gestellt, das Musée d'Orsay, das Musée Carnavalet und das Wohnhaus Victos Hugos, welches sich am Place des Vosges, befindet. Nach dieser Museumstour erlitt ich die schweren Folgen eines Museumsschocks und schaute mir am Abend zum Ausgleich eine MozartRockoper an, welche nicht 100% dem entsprach, was ich mir ausgemalt hatte, aber es war trotz allem eine gute, lebendige Stimmung im Palais des Sports.

 

Die Routine hat sich nun über das alltägliche Leben im Foyer gelegt, entdeckt und kennengelernt haben wir sämtliche Aufgabenbereiche, vom Putzen über die Begleitung, der Bewohner zu den medizinischen Untersuchungen. Wir Assistenten haben uns beschnuppert und das Team unseres Foyer hat sich bis jetzt als gut eingespielt, respektierend und offen gezeigt.

 

Da es im November häufiger regnete und ich leicht dazu neigte eine Lethargie in mir, gegenüber neuen Angeboten zu entwickeln und den Alltag als Routine wahrnahm, kam eine Karte meiner Oma, mit dem allbekannten Spruch: „Gib jedem Tag die Chance , der schönste deines Lebens zu werden!!“genau passend. Danke, Oma!!!

Ich nahm diesen Spruch in mir auf und versuchte ihn im Alltag umzusetzen, sei es in der Beziehung zu den Bewohnern oder auch wie intensiv ich die freie Zeit tagsüber nutzte.

 

Mit Virginie, einer Bewohnerin, deren Referent ich bin, sang ich gemeinsam und wir spielten Klavier. Im voraus habe ich, aus reiner Naivität, mir nicht denken können, dass sie Fortschritte beim Klavierspiel macht, ich war, beim Sehen des Ergebnisses, also erstaunt und verwundert zu gleich.

 

Die Pariser Arche hat einige Transportmittel(Autos, Bullis), die sie den Assistenten auch für persönliche Zwecke zur Verfügung stellt, insofern ein jeder für den Sprit aufkommt.

Dieses Angebot, haben wir Assistenten des Foyer Viims, Lea, Guillemette und Ich beim Schopfe gepackt und sind für einen kompletten Samstag ans Meer gefahren.

Nach einer gut vier stündigen Fahrt und feinen Umgehung, der Mautstraßen sind wir in Trouveille-sur-Mer angekommen, einer kleinen Hafenstadt in der Normandie.

Nach einem kleinen Mittagessen gingen wir am Strand spazieren und ich traute mich sogar bis zu den Knien ins Wasser. Zum Abschluss unseres gemeinsamen Ausflugs nahmen wir an einem Café Philo teil, ein Diskussionsforum, welches von einem pensionierten Philosophielehrer geleitet wurde, und sich nach einer kurzen Einführung, von diesem, über die Frage, der Gesellschaft gleich Gemeinschaft auseinandersetzte.

Es war eine interessante Runde auch wenn nicht jede Meinungsäußerung von mir verstanden wurde , war es trotzdem interessant und es lag eine gemütliche Atmosphäre über diesem Café.

 

Gegen Ende November trafen sich alle Assistenten der Arche Gemeinschaften,

sich in der „Région Nord“ befindend, in Lille zu einem ersten regionalen Treffen, welches mit dem Thema „Auf den Spuren der Arche“ betitelt war, zusammen.

Im Verlauf von drei Tagen, bekamen wir durch den Austausch mit den anderen Assistenten, einen Einblick über die Vielfalt, der verschiedenen Archegemeinschaften und es war spannend zu hören, wie sich das Leben und der Alltag in den anderen Archen abspielt.

Unsere Fortbildung legte auch einen Schwerpunkt auf die Behinderung und die ersten Erfahrungen mit den Bewohnern, was war für uns fremd? Was sorgte ins uns für Angstgefühle aber auch , was tat uns gut, was geben uns diese Menschen, die intellektuell eine große Schwäche aufweisen und im Alltag unsere Hilfe benötigen? Sie weisen alle, eine „intelligence du coeur“ auf, eine „soziale Intelligenz“, wobei mir die Übersetzung nicht gut gefällt.

Auf diesen Satz werde ich in einem extra Eintrag eingehen, ihn genauer erklären und erzählen, warum er mich so fasziniert hat.

Nach den Tagen der Fortbildung, sind wir allen gerne wieder in die Foyers heimgekehrt und haben, die gelernte Theorie in der Praxis neu erfahren können. Die Arche hat für mich auch eine detaillierteres Gesicht bekommen, da wir uns mit der Charta sowie der Geschichte, beschäftigten.

 

Gerade einmal einen Tag später, erfasste mich die Entdeckungslust und ich schaute mir mit Iris, einer Kollegin, eine weitere Archegemeinschaft, die wir bis dahin nur aus Erzählungen kannten an. Da wir uns mit den Assistenten, der Arche Aigrefoin gut verstanden hatten, lernten wir ihre Arche kennen und aßen bei ihnen zu Abend.

 

Nachdem unser Foyer nun hervorragend geschmückt ist, der Tannenbaum steht und die Weihnachtsmusik, selbst bei der Toilettensäuberung läuft, kann das Weihnachtsfest nur kommen.

 

In diesem Jahr werde ich Weihnachten mit einem Bewohner, der Pariser Arche in Aigrefoin verbringen und freue mich auf die neue Erfahrung und das bestimmt anders werdende Weihnachtsfest.

In Gedanken bin ich zu Hause und wünsche euch allen eine gute Vorbereitungszeit und ein schönes gemütliches Weihnachtsfest!!!!!

 

Salutations de Raphi à Paris

Ps: In Kürze folgt ein Text....

Lebenszeichen aus der Stadt der Liebe und Diebe...

Donnerstag, 04.11.2010

Bonjour oder Bongschur tout le monde,Cool

 

die Tage in Paris werden immer kürzer und grauer, die Blätter tragen eine gelbe Färbung und die sonst so romantische Stadt, erstrahlt in einem anderem Licht.

Gestern bestieg ich mit einigen Bewohnern und Assistenten den Tour Montparnasse. In 30 Sekunden legt der Aufzug die gesamte Strecke von ca. 200 m zurück und begrüßt wird der , noch von der Fahrt benebelte Besucher,   von dem Blitz einer Fotokamera, die den Aufstieg auf das hohe Büro Gebäude, als Erinnerung festhält. Da Paris, abgesehen von dem Quartier „La Défense“ nicht viele „Wolkenkratzer“ zu bieten hat, repräsentiert der Montparnasse eine Ausnahme, mit einem gewaltigem Ausblick über die ganze Stadt bis, weit hinaus zu den Banlieues.

Nach einem Rundgang über die Dachterrasse, der auch trotz des schlechten Wetters beeindruckend war, tranken wir einen Kaffee und fuhren wieder Heim.

Die Fahrten , in der oft traurig erscheinenden Metro, sind mit dem Bewohner eines unserer Foyers immer wieder ein Erlebnis, da er die Rolle des Schaffners übernimmt, die Leute in den Waggon winkt oder bei Beginn des Alarms, welcher auf die Türschließung hinweist, die noch einsteigenden Menschen warnt.Lachend

 

In den beiden vergangenen Wochen, gab es einige Momente, die  mein buntes Leben in der Arche füllten. Einige davon möchte ich mit Euch, liebe Leser/innen, teilen.Zwinkernd

 

Meine Eltern und meine kleine Schwester kamen mich für einige Tage besuchen. Untergebracht bei der Familie meines Austauschpartners, waren sie stets gut versorgt und mein Vater konnte seine Französischkenntnisse zur praktischen Anwendung bringen. Gemeinsam besichtigten wir die Stadt und verbrachten ein schöne Zeit zusammen. Während eines Nachmittags bis in die Abendstunden waren sie Gast in meinem Foyer, backten Waffeln, lernten die Bewohner kennen und bekamen einen kleinen Eindruck davon, was sich in einem Auslandsblog immer schwer ausdrücken lässt.

Gerne denke ich auch an die schönen Tage des Besuchs meiner Freundin zurück, die auch auf Entdeckungstour in der Arche mit uns zu Abend aß und zum ersten Mal, Paris,die Stadt der Liebe besichtigte.Lächelnd

 

Am Mittwoch den 20. Oktober fand unsere erste Chorprobe statt. Mit einem Beamer visualisierten wir die Songtexte und versuchten mit kleinen Bildern, die Teilnehmer der Foyers noch weiter zum Singen zu motivieren.

Neben dem frz. Lied „ Au bonheur du monde“ , einigen  Chants de Taizé sangen wir zum Abschluss, auf die Melodie des fameusen Chansons „ Aux Champs des Elysées“, einen ausgedachten Text über die Pariser Arche. Die Teilnehmer waren begeistert und freuten sich über die Überraschung. Heute findet übrigens unsere zweite Chorprobenstunde statt und wir werden das frz. Weihnachtslied „Il est né le divin enfant“ proben, um es bei der Sarabande de Noël mit unserem Chor aufführen zu können.Überrascht

 

Einmal pro Monat unternehmen wir, mit allen Bewohnern unseres Foyers einen Ausflug. Der Ausflug des Monats Oktober brachte uns nach Rambouillet, eine kleine Stadt ca. eine Stunde entfernt liegend von Paris. Mit zwei Autos der Arche machten wir uns auf den Weg und trotz einiger Benzinprobleme (Streik an den Tankstellen) schafften wir die Hin- und Rückfahrt.

Vor Ort, besichtigten wir das Schloss, welches von den Königen Frankreichs als Jagdschloss benutzt wurde und noch bis vor zwei Jahren ausschließlich dem  Präsidenten und hohen politischen Gästen als Residenz diente. Nach einer Führung durch das Schloss, erkundeten wir das kleine Städtchen, mit seinen kleinen Seitenstraßen, einem gemütlichen Café, indem wir uns aufwärmten und einem Kinderkarussel, an dem wir alle unsere Freude fanden und mit diesem eine Runde fuhren.

Bei Einbruch der Dämmerung, kam in mir, als ich durch das Städtchen ging, ein Gefühl der Vorfreude für Weihnachten auf und wir äußerten alle den Wunsch, zur Weihnachtszeit einen Ausflug, zu einem Weihnachtsmarkt zu unternehmen.

Zum Abschluss aßen wir in einem italienischen Restaurant zu Abend und zogen die Bilanz, dass solche gemeinsamen Ausflüge unsere Foyer Gemeinschaft stärken, auch wenn es nur so einfache Dinge sind, die man gemeinsam erlebt, wie z.B. eine Autofahrt.

 

Am darauffolgenden Sonntag, kam uns während des Frühstücks, welches am Wochenende erst immer um 10h stattfindet, die Idee, die internationale Messe in der Kathedrale Notre Dame de Paris zu besuchen. Für mich persönlich, war dieser spontane Ausflug eine Bereicherung, da die Messe an sich beeindruckend war und man eine gewisse Abwechselung lebt. Manchmal ist es schwer unsere Bewohner für spontane Aktionen zu motivieren und dann auch noch am Morgen, doch zusammen mit Lea (Assistentin), schafften wir es Francois und Emmanuel (Bewohner) zu überzeugen.

 

Ich glaube, dass die Bewohner mir bereits jetzt schon beigebracht haben mehr Geduld zu haben, hartnäckiger und überzeugter an einige Projekte , aber auch Dinge aus dem Alltag heran zu gehen.

 

Wir Assistenten wissen nun auch bestens Bescheid, wie wir bei welchem Unfall intervenieren sollen, dank einer zweitägigen Fortbildung zu dem Thema „erste Hilfe“.

 

Am vergangenen Wochenende habe ich Paris mal ohne die Metro erkundigt, was unbedingt empfehlenswert ist. Mit dem Fahrrad, geht vieles einfacher und ich war erstaunt wie gering, die Distanzen zwischen vielen Sehenswürdigkeiten sind und, dass der Weg mit der Metro diese oft weiter erscheinen lässt.

Zu Besuch in Charenton, war ich bei meinem Austauschpartner und seinen Großeltern, mit denen wir gemeinsam zu Mittag aßen.

 

 

Ich bin zur Zeit sehr zufrieden mit meinem Leben hier in der Arche, natürlich gibt es Momente, die schwerer zu leben sind als andere. Jeden Tag Putzen z.B.; oder es kommt vor, dass eine unserer Bewohnerin sehr penetrant unsere Aufmerksamkeit fordert und ich dieser nicht immer gerecht werden kann. Weinend

Die Schwerpunkte  meines jetzigen Lebens im Vergleich zu dem vorherigen, haben sich verlagert und deshalb muss ich mich mit solchen, nicht immer angenehmen Situationen abfinden, habe aber auch die Chance, mich an den neuen Freundschaften, sei es mit den Behinderten oder Assistenten, zu erfreuen. ;)

 

Lieber Leser/innen

falls Ihr zufällig in Paris seid und in einer freien Stunde die Arche entdecken möchtet, dann kontaktiert mich bitte. Gäste sind in unserem Foyer immer herzlich Willkommen.

 

Grüße

 

Raphi à ParisCool

Blogeintrag, der 5......Alexandrin,Alexandra....

Sonntag, 17.10.2010

Liebe Freunde und Besucher meines Auslandsblogs,Lachend

 

Es sind schon wieder mehr als zwei Wochen verstrichen und ich weiß wirklich nicht wo

die ganze Zeit bleibt. Zwar werden die Tage in Paris auch immer kürzer und kälter, aber trotz

des vermehrten Aufenthalts im Foyer verspüre ich keine Langeweile oder Einsamkeit.

 

Heute lädt das Wetter einen auch nicht gerade zum Spaziergang in den Jardin de Luxembourg ein und morgens, vor dem Frühstück fällt es mir derweilen immer schwerer mich für den morgendlichen Sport zu motivieren, da eine unangenehme Kälte und ein schneidender Wind durch die Gassen unseres Arrondissements zieht.

Der heutige Tag bietet deshalb den perfekten Moment für einen kleinen Blogeintrag, in dem ich kurz zusammenfasse, was ich in den letzten zwei Wochen neues und spannendes erleben durfte.

 

Der Monat Oktober wurde abends mit einem Tanzabend (soirée danse) eingeläutet und es wurde zu französischer Musik aus den 80ern getanzt. Zwischendurch haben wir jugendlichen Assistenten uns es aber nicht nehmen lassen ein bisschen modernere Musik aufzulegen, die von den Bewohnern mit Freude angenommen wurde. Ein großer Hit war Shakiras „WAKKA, WAKKA“, bei dem selbst der schüchternste unserer Bewohner des Foyer Viim, auf die Tanzfläche kam. Die Fussballinteressierten erinnerte dieses Lied zwar leider an die nicht so geglückte WM2010 auf Seiten der Equipe tricolore, aber umso größer war dafür die Freude auf Seiten der Deutschen.

Cathérine, eine Bewohnerin unseres Foyers findet einen großen Gefallen am Tanzen und sie hat uns allen mit Vergnügen die Choreographie zum Chansons „Alexandrin Alexandra“ von dem Chanteur Claude Francois, beigebracht.

 

Um dem 20jährigen Geburtstag des wiedervereinten Deutschlands zu gedenken organisierten wir für die Arche Paris einen deutschen Abend (soirée allemande) an dem wir deutschen Assistenten unser Land und unsere Kultur den Bewohnern ein Stück weit näher bringen wollten.

Gemeinsam sangen wir Nenas Lied „99 Luftballons“, welches einen nicht unter schätzbaren Bekanntheitsgrad in Frankreich hat, tanzten zu dem Lied „Cowboy und Indianer“, aßen deutsche Gerichte wie Sauerkraut und kamen in den Genuss einer Bierprobe.

Den Tag zuvor habe ich in drei Supermärkten nach dt. Bier gesucht und bin letztendlich fündig geworden. Es gab „Paulaner Weissbier“. Dank einer Landkarte konnten wir erklären, dass Deutschland zuvor geteilt war und besonders die Bürger in Ostdeutschland sehr unter dem Stasi Regime gelitten haben.

Zum Abschluss tanzten wir einen Walzer und erwählten Mr. & Mrs. Germany.

Die beiden strahlenden Gesichter der Erwählten sprachen für sich und krönten den Abend.

Der Abend fand großen Anklang und ich erlebe besonders an diesen Abenden, wo alle zusammen kommen, eine tolle Atmosphäre, die durch die Gemeinschaft entsteht.

 

Der Alltag hier in der Arche muss irgendetwas geheimnisvolles erfüllendes haben, denn abgesehen von solchen Abenden, die ja nun auch nicht zu häufig sind, wiederholen sich unsere Tätigkeiten in einem bestimmten Rhythmus. Die Menschen in meiner Umgebung, seien es die Behinderten oder Assistenten sind glaube ich, ausschlaggebend für mein derzeitiges, glückliches Leben.

 

Vier Mal während des Jahres treffen sich alle Mitarbeiter und Bewohner der Pariser Arche und begehen zusammen die Feier der Sarabande. Diese Feier ist eine lustig gestaltete Gala, in der die neuen Mitarbeiter und Bewohner vorgestellt werden und die Neuigkeiten, was die Aktivitäten der Arche anbelangt , ausgetauscht werden.

 

Bald werde ich das Glück haben den Gründer der Arche, Jean Vanier, bereits 82 Jahre alt , zu treffen, da dieser die Pariser Arche besuchen kommt und über sein Projekt und die Grundideen sprechen wird.

 

Mit einem unserer Bewohner, Emmanuel, um den ich mich besonders kümmere, da ich sein Referent bin, besuchte ich die Weltausstellung der Automobilbranche. Die neusten Modelle von Citroen bis Porsche wurden uns zur Schau gestellt und bei dem ganzen Glanz der Karosserien kann man schon neidisch werden.

 

Am vergangenen Wochenende besichtigte ich das Quartier „La Défense“ mit dem beeindruckendem Gebäude „ La Grande Arche“.

 

Zu Beginn des Monats nutzen wir die Chance und profitierten von der Nuit Blanche, die weiße Nacht. Einmal jährlich haben sämtliche Museen durchgängig bis früh am Morgen geöffnet und die Stadt wird an verschiedenen Orten mit Lichtilluminationen verschönert.

Auf der Brücke zwischen der Ile St. Louis und Ile de la Cité leuchteten riesen Würfel in verschiedensten Farben zu der Musik eines Elektro Djs.

 

Ich freue mich über eure Grüße und Kommentare

 

Raphi aus ParisZwinkernd

 

Ps: Den Videoclip von Claude Francois „ Alexandrin Alexandra“ möchte ich euch nicht vorenthalten. Viel Spaß beim Tanzen!! Lachend

 

Vidéo

Mittwoch, 29.09.2010
et numet la deuxième vidéo....

Je me balladais sur l'Avenue.... Paris Blogeintrag der 4.

Mittwoch, 29.09.2010

Liebe Besucher und Freunde meines Blogs,Lachanfall


nach einer Pause von mehr als zwei Wochen, melde ich mich wieder aus dem noch sonnigen Paris. Während der vergangenen Wochen habe ich meine Umgebung, samt den neuen Leuten besser kennen gelernt und fühle mich bereits sehr wohl hier. In einer kurzen Zusammenfassung möchte ich euch einen Eindruck geben, was bisher passiert ist, ohne auf große Details einzugehen. Natürlich werde ich euch gerne mehr berichten, ihr braucht nur zu fragen.


Vor zwei Wochen feierten wir den Geburtstag unseres Responsables Vincent, der zu diesem Anlass eine große Party für alle Archemitglieder und Bewohner organisierte. Unser Foyer wurde über Tag zu einem Tanz- und Speisesaal verwandelt und ich war erstaunt wie gut sich dieses als Partylocation nutzen lässt. Alle weiteren Vorbereitungen, sei es das Essen für das Buffet herzurichten oder das Geburtstagsgeschenk mit unseren Bewohnern zu planen, wurden von den bekannten Chansons de Claude Francois begleitet, der in den 70er Jahren seine großen Erfolge in Frankreich feierte. In unserem Foyer ist er zum Tanzen jedoch immer noch sehr angesagt und beschenkt uns jedes mal mit guter Stimmung.

Abends wurde getanzt, gesungen, gelacht und die Bescherung war ein wirklich ergreifender Moment, da einige Bewohner, nur mit wenig Hilfe unsererseits, eine Geburtstagsrede vortrugen, die ernst gemeint war und von ganzen Herzen kam. Mir persönlich, haben die vorbereiteten Tänze der Bewohner gut gefallen und am Ende tanzten alle mit. Gegen zehn Uhr musste die Musik aber leider verstummen, auf Grund der Nachbarn, die nun ihre verdiente Ruhe genießen sollten. Nach und nach verließen die, an die 50 geladenen Gäste unser Foyer und für uns drei Assistenten des Foyers stand nun der Abwasch auf dem Plan. Aber selbst so etwas kann einem Freude bereiten, insofern man es lustig gestaltet und über den vergangenen Tag und dessen witzige Momente plaudert. Cool


In Frankreich ist die Bezahlung mit Checks noch Gang und Gäbe und, da ich die Konten des Foyers führe, darf ich selbst Checks unterzeichnen. Eine Art der Bezahlung, die mir gefällt und Stil hat auf der anderen Seite aber auch veraltet auf mich wirkt. Bei den wöchentlichen Großeinkäufen zücke ich am Ende das Checkheftchen aus der Hosentasche und setze voller Stolz meine Unterschrift auf den Check. Lachanfall


Damit wir Assistenten für den Notfall, sei es Brand oder Personenschaden gewappnet sind, bietet uns die Arche eine wöchentliche Formation an , in der wir geschult werden und auch einige interessante Informationen über die Einrichtung „Arche“ und ihre Geschichte erhalten. In der vergangenen Woche behandelten wir das Thema Brand und spielten verschiedenste Evakuationsszenarien durch, welche sehr hilfreich und lustig zu gleich waren. Um den Ernstfall mit unseren Bewohnern zu proben, werden wir heute Abend eine Evakuationsübung durchführen und ich bin gespannt wie diese reagieren werden, da sie natürlich nicht über diese geplante Übung informiert sind.


Um ein Hobby außerhalb der Arche zu haben, werde ich morgen Abend einen Chor in unserem Arrondissement besuchen und an der Chorprobe teilnehmen. Ich hoffe mich ein bisschen ablenken zu können und freue mich endlich wieder zu singen. Die ganze Chorarbeit und das Singen fehlt mir schon.

Carina, eine Assistentin aus einem anderen Foyer, und ich werden einen Chor, für alle Interessierten der Archegemeinschaft, anbieten. Dieser Chor wird neben frz. Chansons auch einige Chants von Taizé singen.


Wie meine Überschrift schon andeutet , war ich auf der Champs Elysées und habe sogar mit einigen Freunden den Arc de Triomphe bestiegen. Die Überschrift ist die erste Zeile des frz. Chansons „Aux Champs Elysées“ von Joe Dassein, ein Lied, dass mich in meinem Französisch Lk immer wieder begegnet ist. Immer wieder wurde es zwischendurch von jemanden angestimmt und diente zur Entspannung unseres Kurses, da alle mitsangen und ihren Spaß an diesem Lied fanden.

Dank Herrn Sarkozy und einem verabschiedeten Gesetz, ist der Eintritt in allen nat. Museen gratis, insofern man die Altersgrenze von 26 Jahren nicht überschreitet. Das ist schon praktisch.


Am vergangenen Wochenende haben wir mit den Bewohnern einen Ausflug in den Jardin des Plantes gemacht. Gemeinsam besichtigten wir den Park und einige tropische Gewächshäuser. Zugleich waren überall einige Attraktionen aufgebaut, da am selben Wochenende das Fest der Parks von Paris war. Zum Abschluss tranken wir eine Tee in dem nahe gelegenen Café der Pariser Moschee. Wer die Kurzfilme „Je t'aime Paris“ kennt wird diesen Ort sicher schon kennen, da er in einem Video vorkommt. ( Einfach bei Youtube.com: paris je t'aime quais de seine , eingeben und den Film von 5 Minuten anschauen) Dieses Café kann ich nur allen weiterempfehlen , die mal in Paris sind, da es günstig, einladend uns zugleich sehr vielseitig ist.Zunge ausstrecken


Ich wünsche euch Alles Gute und freue mich über euren Kommentar...


Raphi aus Paris



PS: Ich schicke euch zwei Videos, das eine zeigt das Apartment in dem ich wohne und zu dem anderen muss ich euch keine Erklärung geben.Winken  

 

 




Blogeintrag, der 3. (Raphi à Paris)

Samstag, 11.09.2010

Liebe Leser/innen und Beucher/innen meines Auslandsblog, Cool

ich werde ungefähr alle fünf Tage einen Eintrag hier hinterlassen,  mit dem ich meinen Alltag in der Pariser Arche beschreiben möchte. Ich freue mich  über euer Interesse und bedanke mich für alle Kommentare. Winken

Als ich gerade, mit einem frz. Bier in der Hand, auf der Terrasse unseres Appartements stand und mit Lea und Guillemette, meinen beiden Assistentenkolleginnen des Foyer Viime, über den heutigen Tag plauderte, fiel uns auf, dass uns oft nicht bewusst wird, dass wir uns mitten in Paris befinden, da unser neues Leben in der Wohngemeinschaft uns voll und auf eine sehr positive Art in Anspruch nimmt. Diese Erkenntnis ist durchaus schön, da mich der Ablauf des Alltages und die Idee und  Umsetzung des Arche Projekts sehr glücklich machen.  Ich freue mich auf die schönen Erlebnisse und Begegnungen und glaube, dass das Leben hier, mich verändern und prägen wird.

In der vergangenen Woche ist einiges geschehen und ich werde euch, durch den Eintrag einen kleinen Eindruck vermitteln.

Nachdem ich am Montag (meinem freien Tag) feststellen musste, dass fast alle Museen geschlossen waren, kaufte ich mir eine deutsche Zeitung, setzte mich in den Park hinter der Kathedrale Notre Dame, und studierte diese. Was die politischen Debatten und deren Aufruhr um den Fall Sarrazin in Deutschland sind, sind in Frankreich die Demonstrationen der Bürger, gegen die Erhöhung des Renteneintrittsalters und die öffentliche Meinung gegen die feindliche Haltung Sarkozy gegnüber den Romas. Am kommenden Tag haben ,als Ausdruck der Demonstrationen, ersteinmal die öffentlichen Verkehrsmittel gestreikt und es kam zu großen Staus auf dem Péripherique.

Am Montag Abend hatte ich ein Rendez-vous bei meinen Gasteltern vom damaligen Austausch in Charenton und war zufrieden diese wiederzusehen, musste aber auch feststellen, wie schnell die Zeit vergeht. Wir haben uns vorgenommen dieses Rendez-vous zu ritualisieren und den  guten Kontakt zu halten.

Das Treffen unseres Teams im Foyer Viime am Dienstag, eröffnete den Tag und wir bekamen sämtliche Informationen zu den Hausregeln und welche Kleinigkeiten wir im  Umgang mit den Bewohnern beachten sollen. Die Woche wurde geplant und zum Abschluss tauschten wir uns über unsere bisherigen Erfahrungen aus und unser Responsable Vincent stand uns bei Unsicherheiten und Sorgen gut zur Seite.

Um mit den Bewohnern( 6 an der Zahl in unserem Foyer) näher in Kontakt zu treten, habe ich mit dem einen gebastelt, mit einer Bewohnerin war ich shoppen oder habe einfach nur einen Sparziergang mit jemandem zur nächsten Bäckerei gemacht um Baguette zu kaufen.

Die Bewohner in unserem Foyer haben alle einen unterschiedlichen Grad der Behinderung. Bei dem einen mekrt man diese kaum und eine Konversation fällt mir leicht ,bei dem anderen ist es schwerer sich mit diesem auszutauschen, aber bei allen Bewohnern bemerke ich eine Entwickelung: Sie fangen an mich zu akzeptieren sogar zu mögen als einen Freund und Helfer, der mit ihnen ein Jahr verbringen möchte.

Einmal wöchentlich findet der Soirée Foyer statt. An diesem Abend, nehmen wir zuerst  den Apperitif zu uns und essen danach gemeinsam. In einer gemütlichen Atmosphäre erzählt jeder was ihn in der vergangenen Woche begeistert hat und  mit einem Gebet wird der Abend beendet.

Das Gefühl der Gemeinschaft, beim Essen, beim Spülen, beim Chillen, bewegt und berührt mich sehr. Die Bewohner und Assistenten geben mir etwas von ihrer Persönlichkeit mit und ich schenke den anderen etwas durch mein Dasein.

 

Heute Nachmittag haben wir einen Ausflug gemacht und sind mit dem Bulli nach Giverny, der Stadt des Künstlers Claude Monet , gefahren,der dort ein Anwesen und einen sehr schönen Blumen- und Wassergarten hat, durch den er sich hat für mehrere Werke inspirieren lassen.

Je vais me coucher maintenant....Lachanfall

Viele Grüße von Raphi aus Paris

 

 

Die ersten paar Tage in der neuen Umgebung

Montag, 06.09.2010

Gerade komme ich von dem morgendlichen Joggen, aus dem in der Nähe gelegenem Park zurück. Zu einen ist man nie allein, denn es sind meistens viele Menschen unterwegs (habe eben sogar zwei Deutsche getroffen Lachanfall) , aber die gute Bürener Landluft fehlt mir schon ein bisschenWinken.

Heute genieße ich meinen ersten freien Tag, habe ausgeschlafen und werde mir wahrscheinlich, wenn sie nicht schon wieder unter Wasser stehen, die Katakomben von Paris anschauen.Ich hoffe es gelingt mir ein Vélibre zu bekommen, das sind die Fahrräder mit denen man durch ganz Paris radeln kann.Das Fahrradfahren fehlt mir nämlich auch schon ein wenig.Weinen

Während der letzten 5 Tage habe ich als Assistent am Leben meines Foyers teilgenommen, habe die Bewohner begleitet, mit ihnen gekocht, ihre Zimmer sauber gemacht und sogar zu Dirty Dancing Musik im Wohnzimmer getanzt.

Nach den ersten Einweisungen von unserem Verantwortlichen, welche Dinge wir im Umgang mit den Bewohnern beachten müssen, bekommen wir peu à peu immer mehr Aufgaben und werden in unsere Tätigkeit eingeführt.

Bis jetzt ist das Leben wirklich sehr angenehm, nie bin ich allein oder einsam, da man immer etwas zu tun hat und sich mit den Bewohnern und den anderen Assistenten unterhalten kann.

Am Wochenende haben wir mit mehreren Foyers einen Ausflug in den Park Montsouris gemacht, haben dort gepick-nickt und die Sonnenstrahlen genossen. Große Enttäuschung kam auf als Frankreich im Qualifikationsspiel der EM gegen Weißrussland verlor.

Jeden Tag lerne ich neue Leute kennen und  die Offenheit und positive Einstellung seitens der Bewohner und Assistenten, tut mir gut.

Nach dem wir unseren DVD-Abend mit den Bewohnern am Samstag Abend beendet hatten, trafen wir Assistenten uns , um gemeinsam einige Stunden auf den Champs de Mars unterm Eiffelturm zu verbringen. Die Stimmung war einfach toll.

 Salutations de Raphael

A la prochaine

 

 

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